
Im Skandal um mit dem Toxin Cereulid verunreinigte Babynahrung hat die Konsumentenschutzorganisation Foodwatch in Österreich Strafanzeige gegen Nestlé und Danone eingebracht. Die Anzeige ging bei der Staatsanwaltschaft Wien ein und richtet sich gegen die österreichischen Ableger der beiden Konzerne. Im Raum steht der Verdacht, dass die Unternehmen die Öffentlichkeit zu spät über kontaminierte Produkte informiert und damit Säuglinge einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgesetzt haben könnten.
Foodwatch spricht von möglichen Verstößen gegen lebensmittelrechtliche Vorgaben. Konkret geht es um den Verdacht des Inverkehrbringens gesundheitsgefährdender Lebensmittel sowie um mögliche Körperverletzung durch Unterlassung. Sieben betroffene Familien haben sich der Strafanzeige angeschlossen; ihre Kinder zeigten nach dem Konsum der Babynahrung Symptome wie Erbrechen und Durchfall, einige mussten im Krankenhaus behandelt werden. Nach Angaben der Organisation melden sich laufend weitere Eltern mit Verdachtsfällen.
Laut der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) wurden den österreichischen Behörden mit Stand 12. März insgesamt 14 Erkrankungsfälle im Zusammenhang mit dem Toxin Cereulid gemeldet. Drei Fälle gelten als bestätigt, elf als wahrscheinlich. Betroffen waren Kinder im Alter zwischen zwei Wochen und drei Jahren; nach Behördenangaben sind sie inzwischen alle wieder genesen. Foodwatch verweist darüber hinaus auf mindestens 76 Kinder, die Symptome entwickelt haben sollen. Seit Anfang Februar gilt in Wien für bestimmte Produkte ein Verkaufsstopp.
Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob die Hersteller ihren Informationspflichten rechtzeitig nachgekommen sind. Nach geltender Rechtslage tragen Unternehmen die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Lebensmittel und müssen bei erkannten Risiken unverzüglich die Behörden informieren und Rückrufe einleiten. Foodwatch betont, dass bei Säuglingsnahrung keinerlei Spielraum für Verzögerungen bestehe. Der Fall hat längst eine internationale Dimension: Seit Dezember wurden betroffene Produkte nach Angaben der Organisation weltweit in mehr als 60 Länder geliefert. Weitere rechtliche Schritte in Bezug auf mögliche Schäden bei Betroffenen werden von Foodwatch derzeit geprüft.

Die österreichische Bundesregierung erhöht den finanziellen und politischen Einsatz im Bereich Frauengesundheit und richtet den Fokus dabei ausdrücklich auf Endometriose. Zum Tag der Endometriose kündigten Frauen-, Wissenschafts- und Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner sowie Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ein Paket zur Stärkung von Forschung, Ausbildung und Versorgung an. Kernstück ist eine Fördersumme von 8,4 Millionen Euro, die künftig in die Forschung zu Frauengesundheit fließen soll, mit Endometriose als einem zentralen Schwerpunkt.
Endometriose ist eine chronische, entzündliche und hormonabhängige Erkrankung, bei der Gewebe, das dem Gebärmutterschleimhautgewebe ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – typischerweise im Bauchraum. Sie gilt als gutartige Erkrankung, betrifft Schätzungen zufolge etwa jede zehnte Frau und zählt zu den häufigen Ursachen für Unfruchtbarkeit. Laut Menstruationsgesundheitsbericht 2024 ist das Wissen darüber jedoch gering: Rund ein Drittel der Frauen in Österreich hat nach Regierungsangaben noch nie von Endometriose gehört.
Die Folgen der geringen Bekanntheit und des Mangels an spezifischen Versorgungsstrukturen zeigen sich in langen Diagnosewegen. In Österreich vergehen im Schnitt etwa sieben Jahre, bis Betroffene eine gesicherte Diagnose erhalten. Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass intensive und wiederkehrende Menstruationsschmerzen, anhaltende Unterbauchschmerzen, Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang während der Menstruation sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr mögliche Anzeichen sein können. Dennoch würden viele Frauen starke Beschwerden lange hinnehmen oder normalisieren, was frühe Diagnosen zusätzlich erschwert.
Die Regierung will dieser Situation mit mehreren Hebeln begegnen. Neben der Forschungsförderung soll die Ausbildung im Gesundheitsbereich gezielt verbessert werden, um Ärztinnen und Ärzte früher für typische Symptome zu sensibilisieren und Fehldeutungen zu reduzieren. Parallel dazu sind Aufklärungs- und Bewusstseinsmaßnahmen geplant, um das Thema aus der Tabuzone zu holen und betroffene Frauen zu ermutigen, medizinische Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Holzleitner spricht von einem "klaren Schwerpunkt", der der Gesundheit von Frauen mehr Gewicht geben soll, während Königsberger-Ludwig den Ausbau medizinischer Strukturen und mehr Bewusstsein als Voraussetzung für eine bessere Versorgung bezeichnet.