Nordrhein-Westfalen verzeichnet im Jahr 2025 mehr Verkehrsunfälle und Verletzte, zugleich aber leicht weniger Verkehrstote. Nach Angaben von Innenminister Herbert Reul wurden im bevölkerungsreichsten Bundesland rund 656.000 Verkehrsunfälle registriert, nach 643.000 im Vorjahr. Insgesamt kamen 479 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, nach 485 im Jahr zuvor. Die Zahl der Verletzten stieg auf etwa 81.200 Personen, davon rund 70.500 leicht und rund 10.000 schwer verletzt.
Reul erklärte bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz, der Straßenverkehr sei „dichter, vielfältiger und komplexer“ geworden. Autos, Fahrräder, Pedelecs, Lastenräder, E-Scooter, Motorräder und Fußgänger teilten sich denselben, engen Raum. „Wo mehr Verkehr auf gleich viel Raum trifft, entstehen neue Konflikte – und diese Konflikte schlagen sich in den Unfallzahlen nieder“, sagte der Innenminister. Die Polizei registrierte zudem mehr Drogen am Steuer und mehr illegale Autorennen; die Zahl der Todesopfer infolge solcher Rennen kletterte auf den höchsten Stand seit Einführung des entsprechenden Straftatbestands.
Besonders auffällig ist die Entwicklung im Bereich des Radverkehrs. Rund 34 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden entfielen 2025 auf Fahrräder oder Pedelecs, also mehr als jeder dritte Unfall. 106 Menschen starben dabei – die höchste Zahl im Zehnjahresvergleich. Laut Polizei ist ein hoher Anteil von Alleinunfällen zu beobachten. Kommt es zu Kollisionen mit anderen Verkehrsteilnehmern, sind Radfahrende nach den vorliegenden Angaben in rund zwei Dritteln der Fälle nicht die Hauptverursacher.
Deutlich nach oben gegangen sind auch die Unfallzahlen mit E-Scootern. Rund 3.900 Menschen wurden 2025 bei E-Scooter-Unfällen in NRW getötet oder verletzt, ein Anstieg von rund 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Kindern: 566 unter 14-Jährige verunglückten mit einem E-Scooter, was einem Zuwachs von 72 Prozent entspricht. Rund 30 Prozent aller E-Scooter-Unfälle waren Alleinunfälle. Parallel dazu meldet die Polizei mehr verunglückte Kinder und Jugendliche auf Pedelecs – ein weiterer Hinweis darauf, dass der Wandel im Mobilitätsverhalten die Unfallstatistik zunehmend prägt.

Österreichs Städtetourismus hat 2025 kräftig zugelegt und sich einmal mehr als wichtiger Wachstumsmotor für den Gesamttourismus erwiesen. In den neun Hauptstädten wurden im vergangenen Jahr 29,1 Millionen Nächtigungen gezählt, ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2024. Damit entfällt rund ein Fünftel beziehungsweise 18 Prozent des gesamten Tourismusvolumens des Landes auf Wien und die acht Landeshauptstädte. Die Zahl der Ankünfte in den Städten stieg um 5 Prozent auf knapp 13,55 Millionen.
Wien behauptete seine dominante Rolle klar: Mit knapp 20,1 Millionen Übernachtungen verbuchte die Bundeshauptstadt ein Nächtigungsplus von 7 Prozent und kommt damit auf rund zwei Drittel aller Hauptstadt-Nächtigungen. Deutlich dahinter folgen Salzburg mit 3,3 Millionen Nächtigungen (plus 5 Prozent) und Innsbruck mit knapp 2 Millionen (plus 4 Prozent). Graz erreichte 1,5 Millionen Übernachtungen (plus 5 Prozent), Linz gut 1 Million (plus 1 Prozent). In der zweiten Reihe der Städtedestinationen legten Klagenfurt (514.501 Nächtigungen, plus 3 Prozent), Bregenz (386.669, plus 1 Prozent) und St. Pölten (238.336, plus 3 Prozent) zu. Schlusslicht bleibt Eisenstadt mit 69.902 Nächtigungen, verzeichnet aber mit 11 Prozent den stärksten relativen Zuwachs.
Insgesamt wurden im österreichischen Tourismus 2025 rund 157,3 Millionen Nächtigungen registriert, ein Zuwachs von 2 Prozent im Jahresabstand. Ohne die Städte hätte das Plus laut WienTourismus lediglich 1 Prozent betragen. Der starke Beitrag der urbanen Zentren zeigt sich damit nicht nur in absoluten Zahlen, sondern auch im überdurchschnittlichen Wachstum gegenüber dem Bundesdurchschnitt. WienTourismus-Geschäftsführer Norbert Kettner, zugleich Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Städtetourismus (ARGE Städte), spricht von einem „zentralen Wachstumstreiber“ des österreichischen Gesamttourismus.
Der Städtetourismus ist stark von Kunst und Kultur geprägt und gilt als Ganzjahresprodukt. Laut Kettner sorgt er für standortgebundene Arbeitsplätze und wirkt über Spillover-Effekte in andere Branchen hinein, etwa in den Handel. Weil die Nachfrage sich nicht auf einzelne Saisonen konzentriert, entstehen Ganzjahresjobs – ein Argument, das vor dem Hintergrund des Arbeitskräftemangels in der Branche zunehmend an Gewicht gewinnt. Die aktuellen Kennzahlen unterstreichen damit die Rolle der Städte als wirtschaftliche Stütze weit über Hotellerie und Gastronomie hinaus.