
Bei den Zürcher Stadtratswahlen zeichnet sich ein deutlicher Wandel in der Zusammensetzung der Stadtregierung ab. Die Grünen konnten mit Balthasar Glättli einen dritten Sitz erobern und nehmen diesen der FDP weg, die damit nur noch mit einem Sitz vertreten ist. Die SP verteidigte hingegen ihre vier Sitze problemlos, während die GLP ihren einzigen Sitz behielt. Dieser Machtwechsel markiert eine signifikante Verschiebung im politischen Gefüge der größten Schweizer Stadt.
Die FDP musste einen herben Verlust hinnehmen, da ihr Kandidat Përparim Avdili mit 47.372 Stimmen den Einzug in den Stadtrat verpasste. Damit konnte der Sitz des nicht mehr antretenden Filippo Leutenegger nicht gehalten werden. Der verbleibende FDP-Vertreter Michael Baumer erzielte 52.644 Stimmen und bezeichnete das Ergebnis als "bitter", da es nicht für beide Kandidaten gereicht habe. Die FDP ist nun zum ersten Mal seit 1992 nur noch mit einem Sitz in der Stadtregierung vertreten.
Balthasar Glättli sicherte sich mit 54.889 Stimmen den Wahlerfolg für die Grünen und kündigte an, "grüne Akzente" im Zürcher Stadtrat setzen zu wollen. Seine Parteikollegen Daniel Leupi (63.961 Stimmen) und Karin Rykart (58.450 Stimmen) schafften die Wiederwahl ebenfalls. Auf Seiten der SP landete die neue Kandidatin Céline Widmer mit 61.817 Stimmen auf dem dritten Platz, gefolgt von der bisherigen Stadträtin Simone Brander (61.512 Stimmen). Tobias Langenegger verteidigte den vierten SP-Sitz mit 55.352 Stimmen.
Parallel zu den Stadtratswahlen zeichnet sich im Rennen um das Zürcher Stadtpräsidium ein klares Bild ab. Raphael Golta von der SP erreichte das beste Resultat aller Stadtratskandidierenden und führt im Wettbewerb um die Nachfolge der abtretenden Corine Mauch. Zwar verpasste er das absolute Mehr im ersten Wahlgang, doch an seiner Wahl im zweiten Durchgang wird kaum gezweifelt. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,7 Prozent, was eine rege Teilnahme der Zürcher Bevölkerung an diesem politischen Entscheid widerspiegelt.
Wien treibt die Klimaanpassung an stark frequentierten Verkehrsknotenpunkten voran und stellt weitere Bahnhofsvorplätze von Asphalt auf Grün um. Im Rahmen der stadtweiten Offensive „Raus aus dem Asphalt“ werden graue, versiegelte Flächen vor Bahnhöfen systematisch entsiegelt, begrünt und als Aufenthaltsräume neu gestaltet. Die Stadt kooperiert dabei eng mit den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), um die zentralen Ankunftsorte im Stadtgefüge funktionaler und zugleich klimafitter zu machen.
Zu den bereits umgestalteten Vorzeigeflächen zählt der Praterstern, einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Hauptstadt. Dort wurden laut Stadtangaben 56 neue Bäume gepflanzt, insgesamt spenden nun 101 Bäume Schatten. Die Grünflächen wurden auf 8.000 Quadratmeter verdoppelt, hinzugekommen ist das nach Angaben der Stadt größte Wasserspiel Wiens. Neben der Kühlung standen auch Sicherheit und Komfort im Fokus: Beleuchtung und Unterführung wurden heller gestaltet, Radfahrern stehen 340 Abstellplätze zur Verfügung.
Parallel dazu arbeitet Wien an einer ganzen Reihe weiterer Flächen. Am Julius-Tandler-Platz beim Franz-Josefs-Bahnhof und am Maria-Restituta-Platz bei der Schnellbahnstation Handelskai wurde beziehungsweise wird der Grünanteil deutlich erhöht. Vor dem Hauptbahnhof sollen die Umbauarbeiten noch heuer starten. Für den Bahnhof Floridsdorf ist der Beteiligungsprozess mit der Bevölkerung abgeschlossen, die Planungsphase für den Franz-Jonas-Platz beginnt. In der Donaustadt entsteht bei der U2-Station Aspern Nord ein neuer Öffi-Knoten: Der Nelson-Mandela-Platz soll ab Sommer als begrüntes Eingangstor zur Seestadt Aspern fungieren, inklusive großzügiger Grünflächen und 75 neu gepflanzter Bäume sowie einem Brunnen.
Die Stadt verweist auf die Dimension der „Raus aus dem Asphalt“-Initiative: In den vergangenen Jahren wurden demnach mehr als 340 Projekte in ganz Wien umgesetzt, im Straßenraum und auf Plätzen rund 3.300 Bäume gepflanzt und zigtausende Quadratmeter versiegelter Flächen zurückgebaut. Besonders an Bahnhofsvorplätzen – vom Praterstern bis zum Umfeld des Franz-Josefs-Bahnhofs – seien so spürbare Verbesserungen durch Begrünung, Kühlung und gestiegene Aufenthaltsqualität erreicht worden. Die Plätze, die bisher primär als Transit- und Autoverkehrsflächen galten, sollen sich Schritt für Schritt zu attraktiven, sicheren Orten entwickeln, an denen Reisende und Anrainer länger verweilen.