NÖ-Förderprogramm stärkt Firmen bei Entwicklung marktreifer Produkte

17.03.2026


Mit dem neuen Fördercall „Proto-typisch NÖ“ startet Niederösterreich ein gezieltes Programm, um die Phase zwischen Forschungsergebnis und marktreifem Produkt zu verkürzen. Das Land setzt damit eine weitere Maßnahme der Wirtschaftsstrategie Niederösterreich 2030+ um und adressiert insbesondere die kritische Lücke zwischen Entwicklung und Marktumsetzung, in der viele Innovationsprojekte mangels Finanzierung stocken. „Ideen von heute sind die Arbeitsplätze von morgen. Deshalb schaffen wir mit Proto-typisch NÖ einen gezielten Anreiz, damit aus Innovationen rascher marktfähige Produkte werden“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation.

Der Call startet am 15. April 2026 und richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie an Großbetriebe mit wirtschaftlichem Schwerpunkt in Niederösterreich. Gefördert werden Entwicklung und Bau von Prototypen für neue Produkte. Die Förderschiene deckt 25 Prozent der Projektkosten ab, förderbar sind Vorhaben mit einem Volumen zwischen 20.000 und 200.000 Euro. Daraus ergibt sich ein nicht rückzahlbarer Zuschuss von mindestens 5.000 bis maximal 50.000 Euro pro Projekt. Insgesamt stellt das Land für diese Ausschreibung vorerst ein Budget von einer Million Euro zur Verfügung.

Im Rahmen eines Betriebsbesuchs bei der R-Space GmbH im Office Park am Flughafen Wien-Schwechat machte Mikl-Leitner auf die neue Fördermöglichkeit aufmerksam. Das Unternehmen, das Satellitenlösungen entwickelt, mit denen Firmen neue Technologien rasch und unter realen Bedingungen im Weltraum testen können, gilt dabei als Beispiel für die Innovationskraft im Bundesland. Solche Entwicklungsschritte verdeutlichen nach Darstellung des Landes, wie zentral funktionierende Prototypen und Demonstratoren für den Weg von der Idee in die wirtschaftliche Anwendung sind – insbesondere bei technologieintensiven Geschäftsmodellen.

Die Landesregierung verbindet mit „Proto-typisch NÖ“ mehrere Ziele: Neben einer Beschleunigung der Innovationsprozesse in Unternehmen sollen Wertschöpfung und Beschäftigung im Bundesland gestärkt werden. Mikl-Leitner betont, genau der Schritt vom Konzept zum physischen Prototyp sei oft entscheidend dafür, ob aus Entwicklung wirtschaftlicher Erfolg werde. Mit der nun aufgelegten Förderung will Niederösterreich diesen Übergang systematisch unterstützen und damit seine Position als Wirtschafts- und Innovationsstandort langfristig absichern.

Bund investiert Millionen in Frauengesundheit: Langer Diagnoseweg bei Endometriose im Fokus

17.03.2026


Die österreichische Bundesregierung erhöht den finanziellen und politischen Einsatz im Bereich Frauengesundheit und richtet den Fokus dabei ausdrücklich auf Endometriose. Zum Tag der Endometriose kündigten Frauen-, Wissenschafts- und Forschungsministerin Eva-Maria Holzleitner sowie Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ein Paket zur Stärkung von Forschung, Ausbildung und Versorgung an. Kernstück ist eine Fördersumme von 8,4 Millionen Euro, die künftig in die Forschung zu Frauengesundheit fließen soll, mit Endometriose als einem zentralen Schwerpunkt.

Endometriose ist eine chronische, entzündliche und hormonabhängige Erkrankung, bei der Gewebe, das dem Gebärmutterschleimhautgewebe ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – typischerweise im Bauchraum. Sie gilt als gutartige Erkrankung, betrifft Schätzungen zufolge etwa jede zehnte Frau und zählt zu den häufigen Ursachen für Unfruchtbarkeit. Laut Menstruationsgesundheitsbericht 2024 ist das Wissen darüber jedoch gering: Rund ein Drittel der Frauen in Österreich hat nach Regierungsangaben noch nie von Endometriose gehört.

Die Folgen der geringen Bekanntheit und des Mangels an spezifischen Versorgungsstrukturen zeigen sich in langen Diagnosewegen. In Österreich vergehen im Schnitt etwa sieben Jahre, bis Betroffene eine gesicherte Diagnose erhalten. Expertinnen und Experten verweisen darauf, dass intensive und wiederkehrende Menstruationsschmerzen, anhaltende Unterbauchschmerzen, Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang während der Menstruation sowie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr mögliche Anzeichen sein können. Dennoch würden viele Frauen starke Beschwerden lange hinnehmen oder normalisieren, was frühe Diagnosen zusätzlich erschwert.

Die Regierung will dieser Situation mit mehreren Hebeln begegnen. Neben der Forschungsförderung soll die Ausbildung im Gesundheitsbereich gezielt verbessert werden, um Ärztinnen und Ärzte früher für typische Symptome zu sensibilisieren und Fehldeutungen zu reduzieren. Parallel dazu sind Aufklärungs- und Bewusstseinsmaßnahmen geplant, um das Thema aus der Tabuzone zu holen und betroffene Frauen zu ermutigen, medizinische Hilfe frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Holzleitner spricht von einem "klaren Schwerpunkt", der der Gesundheit von Frauen mehr Gewicht geben soll, während Königsberger-Ludwig den Ausbau medizinischer Strukturen und mehr Bewusstsein als Voraussetzung für eine bessere Versorgung bezeichnet.