Okuda San Miguel verwandelt ehemaligen APA-Tower in Signalbau für neue Stadtentwicklung

01.04.2026


Nach mehr als zwei Jahrzehnten Stillstand beginnt am Areal rund um den ehemaligen APA-Turm in Wien-Döbling eine umfassende Transformation. Die Stadt Wien, der Grundstückseigentümer BUWOG und die Street-Art-Organisation Calle Libre nutzen ein spektakuläres Kunstprojekt als Startsignal: Auf der Westfassade des 52 Meter hohen Hochhauses in der Gunoldstraße 14 entsteht in den kommenden Wochen das nach Angaben der Beteiligten größte Wandgemälde Österreichs. Das Vorhaben markiert den Auftakt zur Entwicklung eines rund 2,5 Hektar großen Areals zu einem neuen Stadtteil für Wohnen und Arbeiten.

Das Werk mit dem Titel „In Equality“ stammt vom spanischen Urban Street Artist Okuda San Miguel und umfasst rund 1.100 Quadratmeter Fassadenfläche. San Miguel beschreibt seine Komposition als von Farbe, abstrakter Geometrie und Dekonstruktion geprägt. Die Architektur des APA-Turms bilde den Ausgangspunkt, die Form des Gebäudes solle einen visuellen Dialog mit der Umgebung herstellen. Mit der farbintensiven Arbeit will der international bekannte Künstler nach eigenen Angaben eine neue, lebendige Perspektive auf den städtischen Raum eröffnen und zugleich Ungleichheiten sichtbar machen.

Das Gerüst für das Riesengemälde wird an der Westseite des Turms errichtet, die „Malzeit“ wird mit rund drei Wochen veranschlagt. Am 7. Mai soll die bunte Fassade im Rahmen eines Bürger*innen-Beteiligungsevents offiziell eröffnet werden. Die Stadt Wien, vertreten durch die MA 21 (Stadtteilplanung), und BUWOG koppeln den künstlerischen Auftakt eng an den weiteren Planungsprozess: Vor Ort sind Führungen durch das Plangebiet, Informationsstände und Expert*innengespräche vorgesehen, Interessierte können Ideen und Vorschläge für die künftige Nutzung einbringen.

Das Planungsareal im südlichen Teil des Stadtquartiers Muthgasse soll in den kommenden Jahren zu einem klimafitten Ensemble entwickelt werden, das Wohnen und Arbeiten innovativ verbindet. Vorgesehen ist unter anderem ein urbaner Platz mit großzügig gestalteten Grün- und Freiflächen als lebendiger Mittelpunkt des Quartiers südlich der Gunoldstraße. Dass das Wandgemälde ausgerechnet am ehemaligen Nachrichtenturm der Austria Presse Agentur realisiert wird, ist laut Calle-Libre-Kurator Jakob Kattner bewusst gewählt: Wo früher Nachrichten produziert wurden, solle nun eine Fassade im öffentlichen Raum eine Botschaft nach außen tragen und den Beginn einer neuen Phase der Stadtentwicklung markieren.

FACC trotzt Offshoring-Trend mit 120-Millionen-Investition in Oberösterreich

01.04.2026


Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG setzt inmitten eines anhaltenden Trends zur Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer ein anderes Signal und investiert am Heimatstandort. In St. Martin im Innkreis soll auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern ein neues Werk entstehen, das sich auf die Fertigung großflächiger Strukturbauteile für Passagierflugzeuge spezialisiert. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 120 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben können durch das Projekt bis zu 300 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der Ausbau fügt sich in ein Branchenumfeld, das sich laut einer im Juni 2025 veröffentlichten KPMG-Studie zur Luft- und Raumfahrtindustrie in einer Phase tiefgreifender Transformation befindet. Demnach investieren Unternehmen verstärkt in Innovation, Digitalisierung und Forschung, um die Entwicklung der nächsten Flugzeuggeneration zu beschleunigen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Gleichzeitig rückt der Aufbau widerstandsfähiger, technologisch moderner Lieferketten in den Vordergrund, um besser auf steigende Nachfrage und volatile Rahmenbedingungen reagieren zu können.

FACC hatte den Ausbau am 17. März bekanntgegeben. Dem Projektplan zufolge soll der Bau des neuen Werks Ende 2026 starten, die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 vorgesehen. Die Vollausbaustufe will das Unternehmen bis Ende 2029 erreichen. Die neue Produktionsstätte wird direkt an das bestehende Werk in St. Martin im Innkreis angeschlossen und erweitert damit den bestehenden Standort zu einem größeren Industriecluster für Strukturkomponenten.

Die KPMG-Studie hebt die wachsende Rolle spezialisierter Zulieferer als zentralen Wertschöpfungstreiber der Luftfahrtbranche hervor. Kürzere Entwicklungszyklen, neue Technologien und höhere Effizienz werden dabei als entscheidende Faktoren genannt. Vor diesem Hintergrund positioniert sich FACC mit der Investition als Akteur, der auf heimische Fertigung, den Ausbau technologisch moderner Produktionsstrukturen und zusätzliche Kapazitäten für künftige Flugzeuggenerationen setzt. Im Konzept für das neue Werk ist nach Unternehmensangaben auch Raum für Forschung und Entwicklung vorgesehen, um den Anschluss an die dynamische Branchenentwicklung zu sichern.