
Der österreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat das vergangene Geschäftsjahr mit Rekordwerten abgeschlossen und stellt nach einer Phase des Zurückhaltens die Weichen für eine Rückkehr zur Dividendenzahlung. Der Umsatz kletterte auf 984,4 Millionen Euro, ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) legte nahezu 50 Prozent auf 42,3 Millionen Euro zu. An der Börse kamen die Zahlen gut an, die Aktie gewann im Zuge der Veröffentlichung knapp vier Prozent.
Tragende Säule der verbesserten Profitabilität ist ein konzernweites Effizienzprogramm mit dem Namen CORE, das in allen drei Divisionen umgesetzt wurde. Laut Unternehmen hat insbesondere der kroatische Standort, an dem Kabinenkomponenten gefertigt werden, durch Skaleneffekte deutlich zur Ergebnisverbesserung beigetragen. FACC verfolgt damit erkennbar die Doppelstrategie, die Produktionsbasis auszuweiten und gleichzeitig die Marge zu erhöhen.
Vor diesem Hintergrund plant der Vorstand die Wiederaufnahme der Ausschüttung an die Aktionäre. Vorgeschlagen ist eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie, über die auf der Hauptversammlung im Mai 2026 abgestimmt werden soll. Parallel dazu kündigt FACC eine Investitionsoffensive von rund 350 Millionen Euro für die kommenden Jahre an. Ein zentrales Vorhaben ist der Bau eines neuen, hochautomatisierten Werks in St. Martin im Innkreis, in das etwa 120 Millionen Euro fließen sollen und mit dem die Produktionskapazitäten für Strukturbauteile verdoppelt werden sollen.
Die strategische Ausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund eines grundlegenden technologischen Wandels in der Luftfahrt. Branchenweit gewinnen nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), Wasserstoff-, elektrische und hybride Antriebe an Bedeutung, wie das mehrjährige Forschungsprojekt "EXACT – studies of sustainable aviation" des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) unterstreicht. Für Zulieferer wie FACC bedeutet dies, ihre Technologiebasis und Fertigungskapazitäten so auszurichten, dass sie künftige Flugzeuggenerationen mit leichteren, effizienteren Struktur- und Kabinenkomponenten bedienen können. Die aktuelle Ergebnisdynamik und die geplanten Investitionen verschaffen dem Unternehmen finanziellen und industriellen Spielraum, um in dieser nächsten Phase der Luftfahrtära eine aktive Rolle zu spielen.

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) setzt beim Aufbau ihres neuen CORI-Instituts in Graz auf einen der profiliertesten Biomediziner Europas. Giulio Superti-Furga, langjähriger Direktor des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW in Wien, wurde zum wissenschaftlichen Gründungsdirektor des Zentrums für Metabolismusforschung bestellt. Das Institut entsteht in einer Partnerschaft der Universität Graz, der Medizinischen Universität Graz und der Technischen Universität Graz und soll sich zu einem führenden europäischen Standort für die Erforschung von Stoffwechselprozessen entwickeln.
Das CORI-Institut – benannt nach den Nobelpreisträgern Gerty und Carl Cori, Ikonen der Stoffwechselforschung – konzentriert sich auf die systematische, experimentelle und molekularbiologische Analyse von Stoffwechselabläufen in Zellen. Diese Prozesse sollen mithilfe mathematischer Methoden modelliert werden, um gezielt in sie eingreifen und sie verändern zu können. Ziel ist es, neue therapeutische und technologische Lösungen insbesondere für Stoffwechselerkrankungen zu entwickeln und damit zentrale Herausforderungen der menschlichen Gesundheit anzugehen.
Superti-Furga bringt für den Aufbau des Grazer Instituts umfangreiche Leitungserfahrung mit. Der 1962 in Italien geborene Molekularbiologe war zwei Jahrzehnte Chef des CeMM in Wien und formte das Institut mit rund 300 Mitarbeitenden zu einem der renommiertesten Forschungszentren des Landes an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Datenwissenschaften. Er ist vierfacher ERC-Preisträger, Professor für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Universität Wien, Mitglied mehrerer wissenschaftlicher Akademien und Mitbegründer von fünf Biotechnologieunternehmen.
Zuletzt war Superti-Furga zudem am Aufbau eines Forschungszentrums der Ri.MED Foundation in Palermo beziehungsweise eines italienischen Zentrums für Biomedizinische Forschung und Biotechnologie auf Sizilien beteiligt. Diese Funktion hat er inzwischen zurückgelegt, um sich nun vollständig der Gründung und dem strategischen Aufbau des CORI-Instituts in Graz zu widmen. In räumlicher Nähe zu Universität Graz, Med-Uni und TU Graz soll dort ein interdisziplinäres Zentrum entstehen, das Metabolismusforschung mit datengetriebener Analyse verbindet und Österreichs Position in den Life Sciences weiter stärkt.